Aklimatisieren – pre Muskathlon

Der erste Blick auf Amman.

Dieser Oliven-Baum steht schon 500 Jahre hier und wir treffen ihn am ersten Tag. Wir in einem Land angekommen mit einer langen und wechselhaften Geschichte.

Eigentlich wollten wir heute um anzukommen, etwas die Stadt kennenlernen. Der offizielle Muskathlon startet ja erst heute Abend.

Doch bereits auf der Türschwelle des Hotels liessen wir uns von Muhammed,einem Taxi-Fahrer überzeugen, dass man in Amman nicht zu Fuss geht.

Er bot „freundlicherweise“ an uns zur Zitadelle zu fahren.

Während er sich in den Verkehr „einordnete“ (braucht es nicht eine gewisse Ordnung um sich einordnen zu können?), begann er in einem Prospekt zu blättern und erklärte uns dass er uns empfehlen würde Jahred (Gerasa) zu besuchen und dass er zufällig Zeit hätte und uns günstig für 50 Denar hin- und wieder zurückbringen würde. Also er fuhr, las, hupte, verhandelte… Alles gleichzeitig.

Allright. Machen wir, so sehen wir etwas von der Umgebung. Wir fuhren also richtung Norden. Ich kontrollierte auf Google Maps ob wir wirklich in Richtung Norden unterwegs sind denn… “Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!”

Wir fahren und bestaunen die Landschaft. Dazu hier Stichwortartig unsere Eindrücke. Fotos waren nur begrenzt möglich denn wir fuhren im “Taxi from Hell”. Niemand war so schnell wie wir. Auch nicht andere Taxis. Wir überholten links – rechts – mitte – auf dem Randstreifen – zwischen Fussgängern usw. Bis ich jeweils das Natel im Anschlag hatte waren wir bereits vorbei.

* Alles passiert auf der Strasse: Kartenspielen, Rauchen, Waschmaschinen verkaufen (ich glaube meine ehemalige war auch im Angebot), Autos flicken, Früchte verkaufen, vollbeladenen Eselreiten gegen die Fahrtrichtung, alles mögliche wie Säcke, Bettgestelle, Kinder rumtragen, Kaffee rösten, Oliven verkaufen und mittendrin unser Taxi mit 100 Sachen. – Alles ungelogen

* Das Mülltrennungssystem funktioniert nach dem Prinzip der Verteilung. So ist es am gerechtesten. Überall in der Landschaft hat es gleichviel. Aber aus etwas Distanz betrachtet sind es einfach Olivenhaine soweit das Auge reicht. Mit etwas “Weitsichtigkeit” ist es eine schöne Landschaft.

* Ein Mann stand auf dem Mittelstreifen mit einer Art Bettgestell das auf beiden Seiten etwa 1.5m auf die Schnellstrasse ragte. Wir schlenkerten gerade so darum herum.

* Jeder Abfallkübel hat seine eigene Katze.

Während wir also gemütlich und staunend dahinrasen beginnt der Taxifahrer erneut die Verhandlung. Wir sollten unbedingt, wenn wir schon im Norden sind, die Festung Ajloun ansehen gehen. Also für 80 Denar würde er uns zur Festung, nach Jahred und wieder zurück bringen.

Allright. “Jetzt wir fahre Ajloun”

Wir besichtigten die Festung mit einem eindrücklichen Ausblick Richtung Syrien und Israel und Jordanebene. 3 Denar Eintritt pro Person. Auch die Festung selber ist sehr eindrücklich. Und vor allem ist es drinnen schattig und kühl.

Nach 30min kaufen wir noch 3L Wasser und fahren Richtung Jahred.

Besichtigung der Römerruinen mit Strassen die von Säulen gesäumt sind, Amphitheater, Herkules und Artemistempel (-Ruinen) Ruinen alter Kirchen mit schönen Mosaiken und … langsam müde. Eintritt 10 Denar

So müde, dass ich mir von einem Mann mit Strohhut das Handy aus der Hand nehmen lasse und uns von ihm zweimal ablichten lasse. Als ich realisiere dass ich das gar nicht will gebe ich ihm 2 Denar um mein Telefon wieder zu bekommen (eigentlich kein schlechter Deal für ein iPhone 7).

Unser Fahrer betont dass er als nächstes den Besuch eines guten Restaurants vorschlagen würde. Als wir an der Garage vorbeifahren, die das Restaurant sein soll, bin ich dankbar, dass wir abgelehnt haben.

Langsam spührt unser Chauffeur, dass bei uns wohl nicht mehr viel zu holen ist. Also will er so schnell wie möglich zurück nach Amman. Habt ihr schon mal versucht bei 110 km/h auf einer zweispurigen holperigen Landstrasse euch centimetergenau zwischen einem Lastwagen und einem Auto durchzuquetschen? Es geht! mehrmals!! Mir fehlen die Worte.

Bei der Zitadelle angekommen, eine harte Verhandlung über den Besuch einer Moschee, die wir unbedingt jetzt ansehen sollten (ich male mir in Gedanken aus wie ich ihm die 90 Denar in den Mund stopfe) und endlich der Abschied.

Wir haben aber für heute genug Steinhaufen fotografiert, verzichten auf die Zitadelle und entscheiden uns zum Hotel zurück zu laufen.

Nach 100m, mangels sicherem Trottoir, entscheiden wir uns ein Taxi zu nehmen…

Nach 20x nein wir wollen wirklich nur zurück zum Hotel, Ja die Moschee ist schön, vielleicht Morgen, danke für Ihre Visitenkarte, nein ich habe kein Whatsapp (…auf dem ich von Ihnen kontatiert werden möchte) und für 10 Denar steigen wir beim Hotel aus.

Jetzt freuen wir uns auf den Muskathlon und dass ab jetzt andere für die Organisation verantwortlich sind ;-). Wir sind also akklimatisiert.

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