Tag 1 – Kontext-Tag

Bitte entschuldigt jetzt schon die Sttt-olp-perer im Text und die Schreibfehler. Ich schneide mir den Blogeintrag vom Schlaf ab, weil es mir wichtig ist Euch teilhaben zu lassen.

Nach unserem Akklimatisierungstag, sind wir wieder rausgefahren zum Queen Alia Airport um dort unsere Freunde aus Niederlande, England, Deutschland, Irland und Australien zu treffen.
Als wir schon dachten wir hätten sie verpasst, kamen sie in Scharen mit roten Umhängebändeln mit der weissen 4 von 4M bzw. der vierte Musketier.
Über 70 Teilnehmer in diesem Jahr. Letztes mal waren wir ca. 35 inklusive Staff.
Es ist so schön Bekannte wieder zu treffen – Wie wenn wir gestern erst Tschüss gesagt hätten und oben drauf viele neue Gesichter, aufgestellte Menschen mit viel Vorfreude und Spannung auf die kommenden Tage.
Alle zusammen fahren wir in 2 Bussen wieder nach Amman wo wir die nächsten zwei Tage übernachten werden.

7.10. 06:30 Uhr
Uuuuuhhh – Ahhh schon 06:30 Uhr. Duschen und Frühstück.
Wieder war es nach 0 Uhr als wir schlafen gingen. Nur dieses Mal ist nichts mit Ausschlafen.
Wouter de Vos vom Organisations Team sagte heute unter anderem „Schlafen könnt ihr zu Hause. Der Muskathlon ist EIN langer Tag. So true!

7.10. 22:44 Uhr
Heute waren wir nochmal in Jarash. Diesmal mit den Muskathleten.
Wir hatten viele Informationen zu verarbeiten.
Heute ging es vor allem darum den Kontext in dem wir uns bewegen zu verstehen.
Es begann auf der Fahrt nach Jarash mit Informationen zur Wirtschaft, Kultur und Geschichte Jordaniens und des mittleren Ostens.
Es ging desweiteren um die Situation der Flüchtlinge und um den kulturellen und religiösen Hintergrund.

Nachfolgend eine „kurze“ Zusammenfassung.

Morgen werden wir den Menschen begegnen die hierher geflüchtet sind und Projekte sehen wie ihnen geholfen wird. Um dies mit dem grösstmöglichen Respekt zu tun und um Ihnen auf Augenhöhe begegnen zu können war dieser Tag wichtig um uns vorzubereiten um die Basis für ein grundlegendes Verständnis zu legen.
Es war wie der erste Tag der Lehre. Ein grosser Koffer mit Informationen die alle wichtig sind.

Background
(
Ich gebe das so weiter wie ich es verstanden habe. Ich erhebe keinen Anspruch auf korrektheit. Für die nicht Geschichtsinteressierten, direkt zum letzten Abschnitt springen).

Jordanien.
90% von Jordanien besteht aus Wüste.
Jordanien heisst eigendlich Hashemite Kingdom of Jordan.
Hashemit ist der Clan der Königfamilie, welcher zurückgeht auf Mohammed den Propheten.
König Hussein starb 1999 und sein ältester Sohn Abdullah der zweite wurde König von Jordanien. Heute ist er 56 Jahre alt, verheiratet mit Königin Ranja und sie haben vier Kinder. Der älteste Sohn ist der Kronprinz und ist heute 26 Jahre alt.

Der Osten ist eine Weltregion die in Stämmen und Clans organisiert ist.
Jede Regierung ist darauf angewiesen die Bedürnisse dieser Clans zu hören und im Gleichgewicht zu halten, damit der Frieden aufrecht erhalten werden kann.

Jordanien kommt vom Jordan der auf Deutsch der herabsteigende oder sich schlängelnde Fluss heisst. Es ist also das Haschemitische Königreich am Fluss Jordan. Der Name Jordan gibt es schon seid 1000enden von Jahren. Der Jordan fliesst vom Libanon durch den See Genezareth ins Tote Meer.

Jordanien ist im Norden begrenzt Durch Syrien, im Osten von Irak und Saudi-Arabien, Im Süden von Saudi-Arabien und der Grenze zu Ägypten im Westen von der West Bank und Israel.

Einen anderen Fluss haben wir heute auch gesehen. Den Jabbok. Der Jabbok ist der Ort an dem Jakob gemäss der Bibel mit Gott gerungen und nicht verloren hat und den Namen Israel erhalten hat. (Genesis 32,23)

Menschen
Es leben 10 Mio Menschen in Jordanien darunter 1.8 Mio Flüchtlinge.
4 Mio Menschen leben im Einzugsgebiet von Amman.
Jordanien ist bekannt auch aus biblischer Zeit
Im Süden waren die Edomiter (Region Aqaba)
In der Region Madaba waren Moabiter und im Norden Amman waren die Ammoniter.
Noch weiter im Norden Gilead Zwischen Amman und Jarash
In Jarash waren die Kanaaniter.

Zu Jarash:
Alexander der Grosse kam 300bC und nannte es Antiochia. Später nannten die Römer den Ort Gerasa woraus im arabischen Jarash wurde. Gerasa war eine der Städte der Decapolis und wurde bei einem grossen Erdbeben um 750 zerstört.
Heute noch sind alle Elemente einer Römischen Stadt die von Grund auf geplant wurde in Jarash sichtbar. Die Tempel, die Theater, die Strassen und das Hypodrom.Die Römer bauten Strassen 6m breit bis nach Marrokko und Saudi-Arabien.

Weitere wichtige Orte:
Madaba, Aqaba, Petra (Google-it).

Flüchtlinge:
Das Königreich von Jordanien hat Erfahrung mit Flüchtlingen
2Mio palestinensische Flüchtlinge leben seid 1967 (Staatsgründung von Israel) in der Region zwischen Amman und Jarash. Die ursprüngliche Zeltstadt besteht heute aus einem Wirr-Warr von ungeordneten kleinen Steinhäusern.
Jordanien beherbergte einst 2Mio, jetzt noch 500’000 Irakische Flüchtlinge
Während dem Bosnien-Krieg kamen Flüchtlinge von Bosnien bis nach Jordanien.

In den Letzten Jahren kamen die syrischen Flüchtlinge im Norden in die Dörfer und Städte. Aktuell ca. 1.8 Millionen Menschen
Nach 3 Jahren bekamen die Flüchtlinge offiziell den Flüchtlings-Status.
Es gibt 3 grosse Flüchtlingslager. Aber viele verlassen diese wieder weil sie sich dort nicht sicher fühlen und keine Zukunft sehen. Die meisten Flüchtlinge leben in Städten und Dörfern.

Von den versprochenen Hilfsgeldern der vereinten Nationen wurden nur 30% wirklich bezahlt. Es besteht durch die Flüchtlinge ein starker wirtschaftlicher Druck auf dem Land.
Die Schulen haben zwei Schichten. Eine Morgenschicht für die Jordanier und eine Nachmittagsschicht für die Syrer.
Sie bekommen auch medizinische Hilfe.

Die Jordanier haben grossen Respekt vor möglichen Anschlägen. Bei jedem Laden, Hotel, Einkaufszentrum muss man als Einzelperson seinen Rucksack scannen lassen, man wird abgetastet oder muss mindestens durch einen Metalldetektor laufen.

Wirtschaft:

Export von Gemüse und Früchten aus dem Jordantal in den Golf und gewisse europ. Staaten.
Abbau von Aluminium und anderen Metallen.
Und auch sehr wichtig ist der Tourismus. Dieser ist allerdings sehr schwankend abhängig von den Ereignissen im nahen Osten (Ägypten, Irak, Israel, Saudi Arabien,Syrien) Der Staat hat deshalb immer mehr Schulden.

Seid 1988 hat Jordanien Wirtschaftsprobleme. Um die Währung zu stabilisieren wurde sie an den US-Dollar gekoppelt. Der Kurs : 1 Denar entspricht 1.4 US-Dollar.

Jordanien hat kein Öl, das kommt aus Saudi-Arabien und kein Gas das kommt aus Ägypten. Daraus wird der Strom produziert.
Ein normaler Haushalt hat 24h Strom und fliessend Wasser.

Morgen besuchen wir Flüchtlingsfamilien im Norden von Jordanien. Die meissten sind Moslems. Wir müssen uns ein paar einfache Regeln des Anstands merken um Ihnen Respekt zu zeigen. Wir werden lange Hosen tragen, die Frauen auch langärmlige Oberteile. Beim Eingang werden wir die Schuhe ausziehen und ihnen wenn wir zusammensitzen und reden nicht die Fusssohlen entgegen strecken.

Ich freue mich auf diese Begegnungen.

Bis bald…

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