Training / Discussions

Heute Morgen um sieben Uhr haben wir einen Schnupperlauf auf der „Rennstrecke“ gemacht. Trottoir hoch, Trottoir runter, Lastwagen ausweichen, Um den Shisha Schuppen rum, an einem Beduinenzelt vorbei, wieder in Den Verkehr, Quer über eine vielbefahrene Kreuzung usw. Ich rechne damit dass die Ausweichmanöver in etwa die hier fehlenden Höhenmeter von zu Hause kompensieren.

Nach einem kurzen Frühstück und einer Andacht, haben wir mit Irakischen Flüchtlingen einen kurzen Gottesdienst gefeiert. Anschliessend haben wir uns in Gruppen unterhalten und gemeinsam gegessen.

Es gibt in Jordanien etwa 500’000 Irakische Flüchtlinge. Sie sind sehr deprimiert, weil sie das Gefühl haben zwischen Stuhl und Bank gefallen zu sein. Viele wurden von ihren Nachbarn geplagt und vertrieben. Sie haben Angehörige verloren und zeigten uns ihre Schussverletzungen. Sie können nicht mehr zurück auch wenn der IS besiegt ist, weil sie ihren Nachbarn nicht mehr vertrauen können und ihre Häuser zerstört oder besetzt sind.

Sie stellten uns schwierige Fragen die uns berührten und traurig machten, weil wir ihnen so gerne Türen aufmachen würden. Unsere hochorganisierte Gesellschaft lässt aber wenig Spielraum für Herzenshandlungen zu.

Fragen wie:

  • Kennst Du einen Diplomaten der meiner Familie helfen kann in Dein Land zu kommen?
  • Kann Deine Kirche wenigstens ein paar Familien von hier aufnehmen
  • Könnt ihr uns helfen um Mieten zu bezahlen und die Schulgelder für die Kinder

Auf all diese Fragen gibt es leider keine einfachen Antworten.

Das Herz sagt: Ja kommt, ihr seid willkommen. Der Kopf sagt: Du kannst das nicht. Das Gewissen sagt: Du kannst diese Menschen doch nicht einfach zurückweisen.

Es waren spannende und offene Gespräche mit viel gegenseitigem Verständnis und Respekt.

Natürlich kommen wir zurück und erzählen ihre Geschichten. Gerechtigkeit gibt es nicht automatisch. Jemand muss sich dafür einsetzen. But who is „Jemand“? Die Menschlichkeit muss von den Menschen kommen. Regierungen regieren, Politiker politisieren, Nur Menschen können menschlich handeln und für einander Verantwortung übernehmen, wie wir hoffen, dass es mal jemand für uns macht, wenn wir alt, krank, vertrieben oder arm sind.

Es gibt immer Möglichkeiten dass Türen aufgehen. Zum Beispiel habt ihr mit Euren Spenden ermöglicht, dass es überhaupt so einen Ort gibt wo sich diese Menschen treffen können und Hilfe bekommen und ermutigt werden, weiterhin an Ihre Zukunft zu glauben.

Leider haben sie im Moment in Jordanien keine Zukunft. Sie können hier leben aber sie können sich nichts aufbauen. Sie haben relative Sicherheit, aber sie können ihre Lebensumstände nicht verbessern. Die Männer dürfen nicht arbeiten also gehen die Frauen. Die fehlen aber dann zu Hause. Sie sind gefordert ihre Art zu Leben zu ändern. Das ist nicht einfach wenn man über Generationen so kondizioniert wurde. Dazu ist das Einkommen der Frauen so gering, dass es nicht weit reicht.

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